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Körper & Seele

Körper & Seele

Tue Deinem Körper Gutes, damit Deine Seele Lust hat darin zu wohnen.       (Theresa von Avila)

 

Gleichgewicht und Wohlbefinden kann sich nur einstellen, wenn man sich in seiner Haut wohl fühlt. Körper und Geist sind schließlich untrennbar verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Wir beanspruchen unseren Körper oft und geben ihm zu wenig Entspannung. Doch jede Anspannung braucht auch eine Entspannung, damit das Gleichgewicht nicht gestört wird. Wir beanspruchen unsere Stimme, wenn wir viel sprechen. Wir belasten unsere Beine und Füße, wenn wir viel stehen und vielleicht auch zu häufig unseren Magen mit ungesunden Speisen. Kein Wunder, dass sich die unbeachteten Körperteile irgendwann zu Wort melden. Streßbelastungen sind allgegenwärtig.

Unser Nervensystem läßt sich in einen willentlich gesteuerten Bereich und in einen autonomen, relativ selbständigen Bereich, unterteilen. Unsere willentlich und bewußten Handlungen werden durch das somatische oder animale Nervensystem gesteuert. Das vegetative Nervensystem dagegen regelt die inneren Lebensfunktionen wie Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Drüsensekretion. Das vegetative Nervensystem ist relativ autonom und unabhängig von unserem bewußten Willen. Allerdings nicht ganz: Besonders seelische Vorgänge wirken auf das vegetative Nervensystem, auf den Sympathikus und den Parasympathikus, die zwei Teile des vegetativen Nervensystems. Während der Sympathikus eine Leistungssteigerung des gesamten Organismus ermöglicht, ist der Parasympathikus als Gegenspieler für Regeneration und Erholung zuständig, also für Prozesse wie Aufbau des Körpergewebes. Vor allem dann, wenn der Körper sich im Ruhezustand befindet, kann er optimal arbeiten. Dieses Zusammenwirken von Parasympathikus und Sympathikus zielt auf einen harmonischen Wechsel von Anspannung und Entspannung, von Arbeit und Erholung. Fühlen wir uns wohl und gesund, sind diese beiden Antipoden im Gleichgewicht und gleichen Störungen sofort aus.

Das, was wir im allgemein als „Streß“ bezeichnen sind Ereignisse, die uns Angst machen, die uns emotional aufregen oder erschüttern, uns erschrecken oder beunruhigen. Das vegetative Nervensystem reagiert auf diese Reize alarmierend und der Symapthikus wird aktiviert. Das bemerken wir unter anderem, indem sich der Puls erhöht, die Atmung sich beschleunigt, die Muskeln anspannen und vermehrt Schweiß abgesondert wird. Der Körper ist in Alarmbereitschaft und stellt alle Energien bereit, um diese Streßsituation zu meistern. Der Körper bereitet sich auf Aktivität, nämlich Flucht oder Angriff vor. Dieser Streß ist aber auch gesund, denn ständige Unterforderung ist auch nicht gut für unsere Gesundheit. Wir brauchen eine gewisse Belastung.

Leider leiden aber viele heute unter dauerhafter Streßbelastung, nicht selten ausgelöst von einer sogenannten Doppelbelastung von Beruf und Familie. Dieser negative Distreß (im Gegensatz zum positiven Eustreß) beeinträchtigt körperliche und psychische Gesundheit. Der entscheidende Unterschied ist nämlich, dass es nicht zu einer Erholungsphase kommt, sondern sich eine Streßbelastung an die nächste reiht, so dass es zu einer Art inneren Dauernotstand kommt. Der innere harmonische Wechsel von Anspannung und Entspannung ist gestört. Wir fühlen uns ständig „unter Druck“ und können keine Ruhe mehr finden. Die Folge können chronische Krankheiten wie Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker, erhöhter Herzschlag et cetera sein.

Entscheidend ist die Art, wie Sie mit dem alltäglichen Berufs- und womöglich auch Freizeitstreß umgehen. Ganz entscheidend für eine gelungene Bewältigung der Belastungen sind die Ressourcen, die Ihnen dafür zur Verfügung stehen. Das können ganz verschiedene sein und sind sicher für jede Person anderer Art. Eines läßt sich aber für alle feststellen, nämlich dass unsere Psyche einen enormen Einfluß auf unsere körperliche Gesundheit hat und umgekehrt. Gesundheit, Freude, Glück, Wohlbefinden, Zufriedenheit – all diese Begriffe hängen eng miteinander zusammen. Vor allem die seelische Gesundheit ist mit der Fähigkeit, sich selbst etwas Gutes zu tun, gekennzeichnet. Andersherum schlägt sich psychische Krankheit auch auf den Körper nieder. Wir bezeichnen das als psychosomatische Erkrankungen.

Es sollte wie bei den alten Griechen und Römern wieder unser Ziel und unsere Aufgabe sein, uns für unser Glück und unsere Gesundheit selbst verantwortlich zu fühlen und Spaß daran entwickeln, uns etwas Gutes zu tun und uns im Gleichgewicht zu halten.

Werden Sie sich bitte bewußt, dass Sie selbst für Ihre Gesundheit verantwortlich sind, dass sehr an Ihnen selbst liegt, ob Sie sich Zeit für sich nehmen, um neue Energie zu tanken und sich wieder „aufzuladen“. Verschiedene Entspannungstechniken können Ihnen helfen, Ihre Gesundheit zu stärken, ein positiveres Körpergefühl zu entwickeln und eine bessere Haltung einzunehmen. Sie sollten sich angewöhnen, täglich etwa 20 Minuten zu üben. Diese Zeit ist nicht verloren. Im Gegenteil: Sie sind im Anschluß ausgeruht, angenehm entspannt und fit. Nur wenn Sie Ihrem Körper und Geist täglich Entspannung gönnen, können Sie auch wieder Leistung erbringen und konzentriert in den Alltag gehen und gelassen Ihre Aufgaben bewältigen.

Es gibt verschiedene Körperübungen, die Ihnen helfen können, Streß und Verspannungen zu lösen. Vor allem konzentrative Atemübungen können gezielt einzelne Körperteile mit mehr Sauerstoff und Energie versorgen.

Einige Übungen, die Sie zwischendurch in kleinen Pausen, aber auch zu Hause anwenden können finden Sie bei:   Übungen

Wichtig ist, dass Sie sich dafür zurückziehen und Sie für diese Zeit ungestört sind. Seien Sie sicher, dass keiner in den Raum platzt und stellen Sie auch eventuell Ihr Telefon ab. Nehmen Sie sich diese Zeit ganz bewußt!